Zur Wiederkehr des Elektroschocks – Therapie oder Schädigung?

Vortrag mit Dr. Peter Lehmann vom „psychiatriekritischen Quartett“

Man kriegt einen Beißgummi in den Mund und erhält bei Muskelrelaxans und Kurznarkose Stromstöße von ca. 450 Volt ins Gehirn. Dort wird künstlich ein epileptischer Krampfanfall ausgelöst. Die Methode war in den 1970er Jahren fast vollständig aus dem psychiatrischen Behandlungsspektrum  - vor allem aus Universitätskliniken -  verschwunden, da sie derart umstritten war, dass selbst „schwerste Fälle“ nicht mehr damit behandelt wurden.

Wiederkehr der Elektrokonvulsionstherapie
Seit geraumer Zeit aber erfährt die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) eine schleichende Renaissance. In Deutschland umso mehr, seit es für die Behandler lukrative Zuverdienste für die Stromschocks gibt. Nach wie vor sind Wirkung und Erfolg umstritten. Es fehlt an Aufklärung über Risiken, Schädigungen und Nebenwirkungen, nicht selten mit der Mediziner-Begründung „Patienten nicht beunruhigen“ zu wollen.

Auf Einladung der französischen Juristenassoziation sprach Peter Lehmann in Paris und diskutierte im November 2018 zur Wiederkehr des Elektroschocks im Auftakt-Symposium der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) in Magdeburg.

Gesundheitliche Folgen für die Patienten
Anwender, Betroffene wie auch Kritiker berichteten von teilweise chronischen und lebensbedrohlichen Folgen für Herz, Kreislauf und Hirngefäße, von Tot- und Frühgeburten bei Schwangeren, Gedächtnisverlust, hirnorganischen Schädigungen oder von spontan wiederkehrenden epileptischen Anfällen.

Dr. Peter Lehmann

Dr. Peter Lehmann

Dr. Peter Lehmann

Zum Referenten

Peter Lehmann, geboren 1950 in Calw. Dr. phil. h.c., Diplom-Pädagoge. Heute selbstständiger Sozialwissenschaftler, Autor, Verleger, Medizinjournalist und Versandbuchhändler in Berlin. Verfechter der humanistischen Antipsychiatrie. Zahlreiche Text- und Buchveröffentlichungen, darunter das Standardwerk „Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern“.

Der etwa einstündige Vortrag findet mit freundlicher Unterstützung aus Selbsthilfemitteln der Landeshauptstadt Saarbrücken statt und ist anerkannter Termin der Programmreihe „Das Saarland lebt gesund“.

Veranstalter: Selbsthilfe SeelenLaute Saar, im BPE e.V. - Saarländische Selbsthilfe für seelische Gesundheit. Der Verein freut sich für die Selbsthilfearbeit über eine Spende am Abend.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsdetails

Art:
Vortrag
Ort:
Stadtbibliothek Saarbrücken
Gustav-Regler-Platz 1
66111 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 905-1344 (Verwaltung) / +49 681 905-2200 (Information) / +49 681 905-1335 (Verlängerung)
Datum:
29.10.2019 - 18:00 Uhr
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